Stefan Holtz der Sportler

 veröffentlich am: 10. Mai 2015  Sebastian

1990 begann meine Karriere als Canadierfahrer beim SC Neubrandenburg. Bis 2001 habe ich für den SC Neubrandenburg, viele Medaillen bei nationalen und internationalen Wettkämpfen gewonnen…unter anderem, den Junioren Europameistertitel im Canadier 2er über 1000m mit Thomas Lück. 2002 wechselte ich zu den Rheinbrüdern aus Karlsruhe. 3 Jahre gingen ins Land, bis das ganze Training endlich Früchte trug und ich in der A- Nationalmannschaft Fuß fassen konnte. Gerade frisch nominiert, gelang uns 2005 dann auch gleich das Unmögliche. Im Canadier 4er, zusammen mit Robert Nuck, Thomas Lück und Stephan Breuing, gewannen wir den ersten großen Titel für einen deutschen C4. Wir wurden Europameister und das war der Beginn, einer erfolgreichen und bis jetzt anhaltenden Karriere.

In den folgenden Jahren bis 2008, wurde meine Medaillenbilanz von Jahr zu Jahr besser.
Mittlerweile hatte ich bei Weltmeisterschaften, 1x Gold, 3x Silber und 1x Bronze mit nach Hause nehmen können und der Traum von Olympia in Peking, war greifbar nah.
So fit wie noch nie, konnte ich mich 2008 bei den Qualifikationen ins erweiterte Olympiateam fahren. Zusammen mit Thomas Lück, holten wir uns bei der Europameisterschaft im C2 über 1000m, den noch fehlenden 2er Quotenplatz. Wir waren guter Dinge als wir zum Weltcup und Olympiaauscheid nach Szeged geflogen sind. Wir waren guter Dinge, dass wir uns gegen die amtierenden Olympiasieger Christian Gille und Tomasz Wylenzek, über eine der beiden Strecken durchzusetzen können. Doch wir hatten Pech und der Traum von Olympia war dahin.

Olympia fand damit ohne mich statt, doch dieser Traum lebt weiter und 2009 wurden die Karten wieder neu gemischt.
2009, dass bis dahin beste und erfolgreichste Jahr für mich. Mit Robert Nuck im C2 über 500m waren wir eine Bank und selbst bei der Weltmeisterschaft, konnte uns niemand stoppen. Wir waren uns sicher, dass uns auch in den nächsten Jahren, niemand aufhalten kann. Doch dann machte uns die ICF einen Strich durch die Rechnung und der C2 500m wurde ersatzlos aus dem Olympischen Programm gestrichen. Auf einmal war der C1 200m olympisch und ich durfte 2010 die Farben Deutschlands auf dieser Strecke vertreten. Leider ist mir dies mit einem 8. Platz nicht so gut gelungen und ich probierte mein Glück ein Jahr später auf der 1000m Strecke. Immerhin konnte ich auch über den einen Kilometer eine sehr gute Figur abgeben. Was ich im Jahresverlauf deutlich unter Beweis stellen konnte. Der Wechsel von Karlsruhe zum SC DHfK Leipzig im Winter 2010/11, hat seinen Teil dazu beigetragen. 2010 und 2011 konnte kein C2 an die erfolgreichen Jahre anknüpfen und damit mussten sich neue Boote finden. Fast schon aufs Abstellgleis gestellt, nutze ich zusammen mit Tomasz Wylenzek, die Gunst der Stunde und wir setzten uns 3 Wochen vor den Weltmeisterschaften, gegen 3 weitere Boote durch. Noch immer auf der Euphoriewelle unterwegs, konnten wir in Szeged, den deutschen C2 wieder zu einem Paradeboot machen und wurden unerwartet Weltmeister.

Olympia 2012 konnte damit kommen, denn auch den Testwettkampf in London, konnten wir für uns entscheiden. Meine Erfolgsbilanz zwischen 2009 und 2011 konnte sich mit 2xGold und 2x Bronze sehen lassen.

 

Manchmal kommt es anders als man denkt.

Es ist Anfang Mai und nach 2 gewonnen Rennen bei der 2. Qualifikation, hatten Tomasz und ich, dass halbe Olympiaticket schon in der Hand. Jetzt nur noch beim 1. Weltcup gewinnen und dann konnten wir unsere Koffer für London packen. Doch Posznan ist bekannt für ungemütliche Winde und dieser machte uns im Finale sehr zu schaffen. 250 m vor dem Ziel und eine halbe Länge vor dem 2. deutschen Boot, musste ich noch immer bei jedem 3. Paddelschlag steuern und wir konnten uns mit unserem gefürchteten Endspurt nicht von Peter und Kurt absetzen. Am Ende entschied der Zielsprung über Olympia. Um 4 Hundertstelsekunden mussten wir uns geschlagen geben und eine weitere Woche auf unser Olympiaticket warten. In Duisburg wollten wir den Sack endlich zu machen und es sollte unser Rennen werden. Fest entschlossen ging es im Finale wieder um alles oder nichts. Bis 150m vor dem Ziel lagen wir noch gleich auf mit den Tschechen die das Rennen kurz darauf für sich entscheiden konnten. Wir haben gekämpft und mussten wieder Peter und Kurt den Vortritt lassen. Das war es….wieder fand Olympia ohne mich statt und diesmal konnte ich selbst meine Tränen nicht zurück halten. Diesmal habe ich ein paar Wochen gebraucht um über diesen verpassten Moment hinweg zukommen. Peter und Kurt wurden in London verdient Olympiasieger

 

Dann stellte ich mir die eine Frage….Beende ich meine sportliche Laufbahn ohne einmal den Olympischen Moment festhalten zu können?? NEIN!!

2013 wurde trotz des Rückschlages von 2012 ein fantastisches Jahr. Ein paar Wochen vor der 1. Qualifikation wechselte ich von den 1000m auf die 200m Strecke. Zu recht, denn ich gewann jedes Qualifikationsrennen. Noch nicht ganz bereit für die internationalen Aufgaben im C1 über 200m, entschied ich mich für den C2 über 200m mit Robert. Bei der Europameisterschaft hatten wir als 3. noch das Nachsehen, doch was uns bei der Heim WM in Duisburg blühte, damit konnten wir nicht rechnen. Gepusht von den Zuschauern, gewannen wir mit einem perfekten Rennen, die Goldmedaille im C2 über 200m vor den Russen, die das ganze Jahr über dominiert haben.

 

Mit dem Sieg über die 200m, habe ich jetzt alle 3 Titel gewonnen, die man im C2 gewinnen kann…(200m/ 500m/ 1000m)

So konnte es weiter gehen und 2014 stand schon vor der Tür. Die WM fand diesmal in Moskau statt. Eine Strecke, die mir nach unzähligen Jahren im internationalen Geschäft, noch völlig unbekannt war. Unser Ziel war ganz klar, die Titelverteidigung. Was sich aber als unmöglich herausstellte. Die Russen hatten Ihre besten Sprinter in einem Boot vereinen können. Beide sind in der Lage, die WM im C1 über 200m für sich zu entscheiden und jetzt fahren sie zusammen gegen uns. Wie 2013 hat im Finale einfach alles gepasst und waren schneller als die bis dahin schnellst gefahrene Zeit. Doch es reicht nicht zum Sieg. Das Russische Team, überquert die Ziellinie 3 Zehntelsekunden eher als wir. Damit konnten wir leben, denn mehr war an diesem Tag einfach nicht möglich….

Der Beitrag wurde am Sonntag, den 10. Mai 2015 um 15:00 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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